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Allgemeine Hundekrankheiten
Krankheiten, die unseren Vierbeiner tgl. ereilen könnten
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Aspergillose
(Schimmelpilzen) |
Als Aspergillose wird die Infektion mit Aspergillen (Schimmelpilzen) bezeichnet.
Schimmelpilze finden sich überall, in der Erde, in verwesender Vegetation, auf Kompostern, in schimmelndem Heu und modrigem Holz. Die Sporen verschiedener Aspergillus Arten können bei Hund und Katze krankheitserregend wirken. Eine Infektion mit Spergillus fumigatus findet man vor allem im Atemtrakt. Andere Aspergillus-Arten wie A. terreus, A. deflectus und A. flasvus sind selten und bei über den ganzen Körper verteilten (disseminierten) Aspergillosen gefunden worden.
Aspergillus Sporen gelangen überwiegend durch die Atmungsorgane in den Körper.
Die Aspergillose kommt bei Hunden in drei verschiedenen Formen vor, am häufigsten tritt die Nasale Aspergillose auf. Darunter vesteht man eine Infektion der Nasenhöhlen und Nasennebenhöhlen, die durch A. fumigatus verursacht wird. Die Nasale Aspergillose kann bei Tieren aller Altersgruppen auftreten, betrifft jedoch meist junge und mittelalte Tiere. Eine besondere Rassedisposition konnte nicht festgestellt werden, vermehrt sind jedoch langnasige Rassen betroffen.
Die betroffenen Hundenasen sind oft sehr schmerzempfindlich, seröser bis eitriger Nasenausfluss tritt aus. Weitere Anzeichen sind Nasenbluten, Niesen und Atemgeräusche. Die Infektion beginnt meist auf einer Seite, kann aber die Nasenscheidewand durchbrechen.
Bei einer Rhinoskopie (mit starrer Optik durchgeführte Endoskopie der Nase) finden sich die typischen weißlich gelben bis grau schwarzen Pilzablagerungen auf der Nasenschleimhaut und in den Nasennebenhöhlen. Um das gesamte Ausmaß der Erkrankung feststellen zu können, wird meist vor der Rhinsoskopie (danach könnten auftretende Blutungen das Bild verfälschen) ein Röntgenbild gefertigt. Je nach Stadium der Erkrankung können Zerstörungen im Bereich der Turbinalia (Knochenlamellen, die mit Riechepithel überzogen sind) und der anderen Nasenstrukturen dargestellt werden. Gerade im Anfangsstadium einer Aspergillose sind die Veränderungen oft noch minimal, eine Vollnarkose, um eine perfekte Lagerung des Patienten (und ein optimales Röntgenbild) zu ermöglichen, ist daher zwingend.
Durch eine Blutuntersuchung kann der Aspergillen Antikörpertiter bestimmt werden.
Die Therapie der Nasalen Aspergillose bestand früher in einer „Ausräumung“ der Nasenhöhlen und Nasennebenhöhlen, eine sehr belastende Operation für das Tier, die häufig schwerwiegende Komplikationen nach sich zog. Der Erfolg war insgesamt eher gering.
Systemische Antimykotika (Pilzmittel) sind sehr kostspielig und leider nur teilweise erfolgreich.
In jüngster Zeit wurden mit topischen Antimykotika (Enilkonazol, Clotrimazol) überraschende Behandlungserfolge bei der Nasalen Aspergillose erzielt. Stirn- und Nasenhöhlen werden mit einer wässrigen Lösung über einen Zeitraum von 7 bis 10 Tagen zweimal täglich gespült.
Einige wenige Fälle von Fokaler Aspergillose wurden bisher in der Fachliteratur beschreiben, diese traten überwiegend bei Schäferhunden auf. Bei dieser Form bildet sich irgendwo im Bereich des Körpers ein Krankheitsherd. Beschrieben wurden Fälle von Knochenhautentzündung (Osteomyelitis), entzündliche Veränderungen des Zwischenwirbelbereichs unter Beteiligung der Gelenkflächen der benachbarten Wirbel (Diskospondylitis) mit Beschwerden, die denen einer Bandscheibenentzündung ähneln und Fälle von Lungenentzündung (Bronchopneumonie). Die Behandlung der fokalen Aspergillose ist langwierig und bleibt gerade bei den Bronchopneumonien wirkungslos.
Sehr selten tritt die disseminierte Aspergillose bei Hund und Katze auf. Disseminiert meint über den ganzen Körper verteilt mit einer Vielzahl von Symptomen wie Gewichtsverlust, Schwäche, Lethargie, Fieber, Lahmheiten, Rückenschmerzen und Teil-Lähmungen bis Lähmungen. Mehr als die Hälfte der Tiere zeigt Veränderungen im Bereich der Augen. Diese Erkrankung tritt in der Altersgruppe bis sieben Jahre auf, der Deutsche Schäferhund ist häufiger betroffen als andere Rassen. Eine Behandlung ist nicht möglich.
Ganz selten tritt Aspergillose bei der Katze auf, die Nasale Aspergillose wurde bisher in zwei Fällen dokumentiert. Die Dissemintierte Aspergillose konnte bei einigen Katzen postmortal festgestellt werden, die meisten litten gleichzeitig unter FeLV oder FIP Infektionen.
Eine Infektion mit Schimmelpilzen ist eine schwerwiegende Erkrankung, die unbedingt tierärztlich behandelt werden muss, um ein übergreifen der Infektion von den oberen Atemwegen auf die unteren Luftwege (Lunge) zu verhindern. Anstecken kann sich ein Hund überall – beim Ausgraben der Mauselöcher und selbst zu Hause an schimmelnder Blumenerde.
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Arthrose
(Gelenkverschleiss) |
Der Bewegungsapparat ist ein umfangreiches System aus Muskeln, Bändern, Sehnen und Gelenken, die im gesunden Zustand hervorragend aufeinander abgestimmt sind. Für optimale Beweglichkeit sorgen die Gelenke, die ein eigenes komplexes System darstellen.
Gelenke sind leicht bewegliche Verbindungen zwischen den Knochen. Um Bewegungen „reibungslos“ durchführen zu können, sind die Knochenenden im Gelenk mit einem glatten elastischen Knorpel überzogen. Dieser Knorpel schützt die Knochen im Gelenk wie ein Stoßdämpfer und sorgt dafür, dass die Knochen bei Bewegung nicht aneinander reiben.
Eine Flüssigkeit innerhalb der Gelenkkapsel sorgt dafür, dass der Knorpel mit wichtigen Nährstoffen versorgt wird und elastisch und glatt bleibt.
Arthrose ist der übergeordnete Begriff für verschleißbedingte Erkrankungen am Gelenkknorpel. Die Auslöser für Zerstörungen am Gelenkknorpel sind z.B. angeborene oder erworbene Fehlstellungen (und dadurch falsche Belastung des Gelenks) und übergewicht. Einige Stoffwechselerkrankungen können von arthroseähnlichen Gelenkveränderungen begleitet werden, u.a. Diabetes und Gicht.
Arthrose kann sowohl große Gelenke als auch kleine Gelenke und sogar die Gelenke der Wirbelsäule befallen.
Im Gegensatz zu vielen Rheumaarten gibt es bei der Arthrose eine schmerzhafte „Anlaufphase“, vor allem morgens, nach der sich die Bewegungen dann „normalisieren“ und die Beschwerden besser werden („Hund muss sich einlaufen“).
Arthrose ist also eine Abnutzungskrankheit der beweglichen Gelenke, die übrigens bei fast allen Menschen im höheren Lebensalter zumindest in leichter Form auftritt.
Man kann Arthrose in mehrere Stadien einteilen:
- Im Frühstadium, das sich oft über Jahre erstreckt, produzieren die Zellen im Gelenkknorpel weniger Grundsubstanz und der trocken werdende Knorpel verliert an Elastizität. Erste feine Schäden (winzige Risse) an der Oberfläche des Knorpels treten auf – Schmerzen sind wenig ausgeprägt und nur kurzfristig.
- Weist der Knorpel bereits tiefere Risse auf, die sich allmählich verbreitern, können zunehmend Reibegeräusche der uneben gewordenen Gelenkflächen zu hören sein – das zweite Stadium ist erreicht. Die Gelenkkapsel kann sich immer wieder einmal entzünden, was zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen führt.
- Das nächste Stadium ist erreicht, wenn der Gelenkknorpel stellenweise bis auf den darunter liegenden Knochen zerstört ist, der Knochen wird dann ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Die Entzündungen treten häufiger auf, das Knochengewebe verdichtet sich, der Gelenkspalt wird schmaler und die Schmerzen nehmen zu.
- Im letzten Stadium ist der Gelenkknorpel weitestgehend zerstört, der darunter liegende Knochen ist stark verändert. Randwülste, Zacken, Kapselveränderung und dadurch ausgelöste Muskelverspannungen verursachen deutliche Schmerzen.
Vertrauen Sie auf Ihre eigene Wahrnehmung: wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Hund läuft morgens oder nach einer längeren Ruhephase irgendwie „unrund“ (auch ohne wirklich deutlich zu hinken) und dieser Zustand bessert sich selbst nach Tagen noch nicht, dann sollten Sie Ihre Beobachtungen Ihrem Tierarzt schildern.
Arthrose, also die fortgeschrittene Zerstörung des Gelenkknorpels selbst lässt sich nicht rückgängig machen, das weitere Fortschreiten jedoch aufhalten, was für das „Lauftier“ Hund Lebensqualität bedeutet.
Nicht nur beim Hund sondern auch beim Menschen kommt häufig ein pflanzliches Arzneimittel zum Einsatz, das aus den Wurzeln der Teufelskralle, einer ursprünglich in Afrika beheimateten Staude, gewonnen wird, oft kombiniert mit weiteren pflanzlichen Bestandteilen. Ziel ist es, die Entzündung zu hemmen, den Schmerz zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und die Dosierung chemischer Schmerzmittel oder schmerz- und entzündungshemmender Kombinationspräparate so gering wie möglich zu halten. Wie die meisten Naturheilmittel braucht auch ein solches Präparat erfahrungsgemäß etwa 3 bis 4 Wochen, bis es seine Wirkung voll entfaltet.
Ob und welche chemischen Medikamente als Dauer- oder Akut- Gabe im Einzelfall zur Anwendung kommen, entscheidet der behandelnde Tierarzt aufgrund des individuellen Befundes, der ganz persönlichen Disposition des jeweiligen Hundes gegenüber „Befindlichkeitsstörungen“ bzw. Schmerzen, denn auch Hunde empfinden ganz unterschiedlich. Obwohl diese Medikamente in den letzten Jahren deutlich verbessert werden konnten, haben sie oft unerwünschte Nebenwirkungen, vor allem im Bereich des Magen-Darm-Traktes.
Aber mit Medikamenten alleine ist es nicht getan!
Falls Ihr Hund übergewichtig ist – jetzt sollte er unbedingt abnehmen, auch hier können Sie z.B. durch die Umstellung auf ein weniger energiereiches Futter den Weg zum „Wunschgewicht“ ein wenig leichter machen. Ihr Tierarzt und auch ein gut ausgebildetes Fachgeschäft können Ihnen hier raten.
Hunde reagieren oft wie Menschen auf Gelenkschmerzen instinktiv mit Schonung, mittlerweile weiß man jedoch, dass die Schonung von Muskeln und Gelenken die Probleme verstärkt. Daher sollte, nach Abklingen der akuten Entzündung und des Begleitschmerzes, der Hund zu Aktivität und Bewegung angeregt werden. Dies lockert und kräftigt die Muskulatur, fördert die Durchblutung und verbessert so die Nährstoffversorgung der Gelenkknorpel. Die Frage nach dem wie viel Bewegung und was dabei beachten kann Ihnen Ihr Tierarzt und / oder ein Hundephysiotherapeut beantworten, da auch dies wieder vom Befund abhängig ist. Die Hinzuziehung eines Hundephysiotherapeuten kann bei Arthrose sehr sinnvoll sein, gerade mit Blick auf Muskelaufbau, Korrektur von Fehlbelastungen und im Bereich der Schmerztherapie.
mit freundlicher Genehmigung von

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Spondylosis deformans
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In der Literatur findet sich eine Vielzahl von Begriffen (Synonyme) für die diese Erkrankung der Wirbelsäule, wie Spondylitis deformans traumatica, Spondylopathia deformans, Spondylose, Spondylarthrosis deformans, Spondylitis ossificans deformans, Spondylarthritis, Ankylosing spondylitis, Spondylosis deformans, Spondylitis deformans, Spinal osteoarthritis, Spondylitis, Syndesmitis ossificans und Deformative ossifying spondylitis, Hypertrophic spondylitis, Bamboo back. Zwei eigenständige Erkrankungen der Wirbelsäule, die Spondylose und die Spondylarthrose, werden in vielen Internettexten nicht klar voneinander abgegrenzt. Spondylarthrose ist die Arthrose der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke), Spondylose ist eine sich langsam entwickelnde, degenerative Erkrankung der Wirbelkörper, bei der im Röntgenbild knöcherne Zubildungen (Osteophyten) darstellbar sind.
Spondylosis deformans tritt bei Menschen und Tieren gleichermaßen auf, bei den Hunden sind vielfach die Vertreter großer Rassen betroffen. Über eine Häufung dieser Erkrankung wurde speziell bei den Rassen Deutscher Boxer, Deutsche Dogge und Deutscher Schäferhund in der Literatur berichtet und darauf verwiesen, dass bereits Jungtiere dieser Rassen ein hohes Spondyloserisiko haben. Erstmals erwähnt wurde die Erkrankung 1933 von A. Pommer, der diese Wirbelsäulenerkrankung Spondylitis ossificans deformans bzw. „chronische Wirbelsäulenversteifung“ nannte und darunter den Prozess verstand, bei dem „die Wirbelkörper durch knöcherne Brücken - Synostosen – miteinander verbunden werden“.
Die Wirbelsäule ist der Hauptträger des Skeletts und ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Beim Hund besteht die Halswirbelsäule auf 7 Halswirbeln (vertebrae vervicales), die Brustwirbelsäule aus 12 – 14 (gewöhnlich 13) Brustwirbeln (vertebrae thoracicae), die Lendenwirbelsäule aus 7 (manchmal 6) Lendenwirbeln (vertebrae lumbales). Das sich anschließende Kreuzbein stellt sich beim Hund als unregelmäßiger Würfel aus 3 Kreuz(bein)wirbeln (vertebrae sacrales) dar, gefolgt von den 20 – 23 Schwanzwirbeln (vertebrae caudales) der Schwanzwirbelsäule. Die Wirbelkörper (Corpus vertebrae) sind jeweils über eine Bandscheibe und zwei Bänder (Ligamentum longitudinale dorsale und ventrale) untereinander verbunden. Hauptsächlich betroffen von der Spondylose sind die Brust- und Lendenwirbelsäule.
Von Schmorl u. Junghanns (1957) über Cohrs (1970) oder Hoerlein (1971) hin zu Romatowski (1986), Dietz (1991) sowie Langeland u. Stigen (1994) wird die Spondylosis deformans als eine nichtentzündliche, aseptische, sich langsam entwickelnde, degenerative Wirbelsäulenerkrankung, die zu einer Versteifung der Wirbelsäule durch knöcherne Fixierung der Wirbel führt, beschrieben. Charakteristisch ist die Bildung von Osteophyten an den Rändern auf den Wirbelkörpern an den Endplatten der Intervertebralräume (Räume zwischen den einzelnen Wirbelkörpern, wo sich die Bandscheiben befinden). Knöcherne Sporne können diese Spalten überbrücken und kommen als lokale oder generalisierte Läsionen (Schädigung, Verletzung oder Störung einer anatomischen Struktur oder Funktion) beim älteren Menschen und Tier (Hunden, Katzen, Pferden, Rinderbullen, Ursiden, Walen, etc.) vor. Außerdem treten sie in unterschiedlichen Größen von kaum sichtbaren Knochenauswüchsen bis zu großen Brücken auf, die den Intervertebralspalt überspannen. Die Oberfläche der knöchernen Zubildungen (Osteophyten) ist glatt, ähnlich wie Zuckerguss.
In der Literatur werden verschiedene Meinungen vertreten, was die Ursache der für die Spondylose charakteristischen knöchernen Zubildungen an den Wirbeln ist.
Lange Zeit glaubte man, ursächlich sei eine Entzündung oder eine vorangegangene Infektionskrankheit wie eine Staphylokokken-Infektion, dies ist jedoch nach heutigem Wissen nicht zutreffend.
- Für die Entstehung sind nach SAERS u. PRIEUR (1975) dynamische und mechanische Faktoren ausschlaggebend. Durch dauernde oder übermäßige Kompression, Zug-, Rotations- oder Scherbewegung auf den Stütz- und Bandapparat der Wirbelsäule, vor allem auf die Bandscheiben und Intervertebralbänder, würde es zu partiellen Rupturen (Zerreißung, Riss) im Gewebe kommen. Diese häufigen Mikrotraumen (z.B. Zerrungen) würden zu einer Faservermehrung im Periost (den Knochen bedeckende bindegewebige Hülle) der ventralen (zur Vorderseite des Körpers gewandten) Wirbelseite und des Ligamentum longitudinale ventrale führen (COHRS 1970, EICHELBERG u. WURSTER 1982). Es bilden sich im Faserverlauf des Periostes Exostosen (abgegrenzte Zubildung von kompakter Knochensubstanz mit Wachstum nach außen aus), die sich vergrößern und aufeinander zuwachsen können. Die vergrößerten Osteophyten (Knochensporne) haben das Aussehen von Papageienschnäbeln und ragen in den Intervertebralraum, unter den nächsten Wirbelkörper, greifen zahnartig ineinander oder verschmelzen miteinander. Die Fasern des Ligamentum longitudinale ventrale können als Brücke dienen. Die Osteophyten können bis unter den nächsten Wirbelkörper wachsen, sich mit dem Osteophyten dieses nächsten Wirbelkörpers verbinden, wobei sich oft Knocheninseln bilden. Sollten die Osteophyten sich beiderseits seitlich über die Zwischenwirbelscheibe ausprägen, können sie zu einer massiven Knochenplatte verschmelzen. Damit wäre das Endstadium, die Bambuswirbelsäule oder flämische Säule, erreicht. Manchmal werden die Wirbelbogengelenke mit ergriffen.
- Nach EICHELBERG u. WURSTER (1982) wurde beim Tier eine rheumatoide Komponente noch nicht nachgewiesen. Außerdem folgern diese beiden Autoren, dass sich aus einer hochgradigen Spondylosis deformans sekundär eine Spondylarthrosis deformans entwickeln kann, wenn an den kleinen Wirbelgelenken Umbauvorgänge ablaufen.
- Andere Quellen halten eine sich gleichzeitig mit der Spondylosis deformans entwickelnde Spondylarthrose für möglich.
In der Humanmedizin wurde in den 30er Jahren als Ursache der Spondylose eine Elastizitätseinbuße des Zwischenwirbelscheibengewebes angegeben, wobei sich alle Belastungen und Bewegungen auf den anliegenden Knochen ungemildert und unverteilt übertragen. In den nachfolgenden Jahrzehnten konnte dies jedoch nicht bestätigt werden, die größten allgemeinen Randwulstbildungen, also das typische Bild der Spondylosis deformans, fanden sich meist bei Wirbelsäulen mit nur geringen Zwischenwirbelscheibendegenerationen und gut erhaltenem Gallertkern. Bei hochgradigen Zwischenwirbelscheibenzermürbungen waren meist die Randwulstbildungen weniger stark.
- Schmorl (Schmorl u. Junghanns 1957) fand heraus, dass auslösende Ursache für den Beginn der Spondylosis deformans nicht Bandscheibendegenerationen sind, sondern die Abtrennung des Randleistenanulus von der Wirbelkörperrandleiste. Als Randleistenanulus bezeichnete Schmorl die äußersten Ringschichten des Faserringes, die in die Wirbelkörperrandleisten mit SHARPEY`schen Fasern einstrahlen. Reißen Fasern des Randleistenanulus in größerer Ausdehnung von der Randleiste ab, dann ist der feste Zusammenhalt zwischen Wirbelkörper und Bandscheibe zerstört. Die Haltetätigkeit muss dann beim Tier vom Ligamentum longitudinale ventrale übernommen werden, an dessen Ansatzstellen sich infolge der Überbelastung Knochenzacken ausbilden. Die Randzacken sitzen also nicht am eigentlichen Rande des ausgebildeten Wirbelkörpers, sondern entspringen an der Stelle aus der Wirbelkörperaußenfläche, an der sich während der Wachstumszeit Wirbelkörper und knorpelige Wirbelkörperrandleiste berühren. Die beginnenden Randzacken entwickeln sich gerade an der Stelle, da sich hier das die Randleiste überbrückende Längsband wieder an den Wirbelkörper fest anheftet. Denn genau an dieser Stelle werden die Zerrungen durch das vor gepresste Bandscheibengewebe und durch die unphysiologischen Bewegungen wirksam.
- Spondylosis deformans erklärt Romatowski (1986) als Folge eines Zusammenbruchs der Befestigung der peripheren SHARPEY ´schen Fasern am Wirbelrand. Bandscheibenmaterial tritt hervor und dadurch streckt sich der Ligamentum longitudinale ventrale. Es kommt zur Entwicklung von Osteophyten an den belasteten Befestigungspunkten des Bandes am Wirbel.
- Bailey u. Morgan (1983) erklären die Ursache der Spondylosis deformans als einen Verlust der distanzhaltenden Funktion des Gallertkerns der Bandscheibe. Die Zwischenwirbelscheibe beginnt unter dem Druck der Endplatten der Wirbelkörper zentral Knochengewebe auszubilden. Bei großwüchsigen Hunderassen halten die Autoren eine Konstitutionsschwäche der Bänder für eine zusätzliche Ursache für die nachlassende Spannung des Wirbelbogens. Durch das Absinken des Wirbelbogens wird der ventrale Gurt überbeansprucht. Daher treten die ersten Veränderungen der Spondylosis deformans stets ventral auf. Sie bestehen in einer Faservermehrung im ventralen Periost, womit auch der Umbau der Wirbelkörperendplatten einsetzt, die sich durch Zubildung von Knochengewebe verstärken. Danach setzt die Bildung von Randexostosen ein, die im Faserverlauf des Periostes liegen. Im weiteren Verlauf vergrößern sich die Exostosen, wachsen aufeinander zu, dehnen sich aus und verschmelzen miteinander.
Schmerzen treten bei der Spondylose oft schubweise auf, im Anfangsstadium vor allem durch Verspannungen der Rückenmuskulatur. Durch die Zubildung von kompakter Knochensubstanz (Exostosen) kann es zu Zerrungen und Überdehnungen der den Knochen bedeckenden bindegewebigen Hülle (Periost) kommen, die hieraus entstehenden Irritationen verursachen ebenfalls Schmerzen. Schmerzhaft sind auch das Aufeinandertreffen von Exostosen, gebrochene Brücken oder die Bildung von Arthrosen der kleinen Wirbelgelenke sein. Selten können die Knochensporne (Osteophyten) auch die Austrittsstellen von Nerven (foramina intervertebralia) einengen, überqueren oder umwachsen. Es kann dadurch zu neurologischen Ausfällen in Form von Instabilität (vor allem Hinterhandschwäche) und Auswirkungen auf die unteren Harnwege, Schwanz und Anus kommen.
In vielen Fällen wird die Diagnose Spondylosis deformans als Zufallsbefund einer Röntgenaufnahme gestellt. Oft zeigen auch Tiere mit deutlichen knöchernen Spornen keine Symptome, also keine Veränderungen im Allgemeinbefinden oder im Gang. Es gibt aber auch Fälle, in denen deutliche Beschwerden vorhanden sind trotz nur geringgradiger röntgenologischer Veränderungen. Eine Zunahme der Beschwerden in irgendeiner Form wurde bei Tieren ab acht Jahren beobachtet (Studie beim Deutschen Boxer, Mühlebach u. Freudiger 1973). Auftretende Symptome können Steifheit, Rundwölbung der Wirbelsäule (Kyphose) und Verspannung der Rückenmuskulatur, Beschwerden beim Aufstehen nach längerer Ruhe, Niederlegen, Treppensteigen und Beinheben sein. Erkrankte Tiere lehnen teilweise den Galopp als schnellste Gangart und oft auch das Springen ab. Bei manchen Bewegungen (Spiel, Fall etc.) kann es zu unwillkürlichen Schmerz-Lautäußerungen kommen. In extremen Fällen ermüden die Hunde rasch, folgen unwillig, stehen oder gehen nur kurz und setzen sich dann oft schnell hin. In der Literatur sind Fälle beschrieben, bei denen Hunde beim Berühren der Brust- und Lendenwirbelsäule wimmern und schreien.
Die Symptome können durch verschiedene Maßnahmen gelindert werden, diese reichen von Homöopathie, Physiotherapie über entzündungshemmende bis hin zu schmerzstillenden Medikamenten, auch Goldakupunktur ist möglich.. Die Therapie wird sich immer am konkreten Einzelfall orientieren, wie Menschen empfinden auch Hunde Schmerz sehr unterschiedlich.
In Ausnahmefällen kann auch ein chirurgischer Eingriff sinnvoll sein, beispielsweise bei Rückenmarks- oder Nervenwurzelkompressionen. Möglich ist es auch, zwei betroffene Wirbel miteinander zu „verplatten“, durch diese Immobilisierung der Wirbel entfällt der durch die Reibung der aufeinander zuwachsenden, knöchernen Zubildungen hervorgerufene Schmerz. Möglich ist auch die operative teilweise oder vollständigen Entfernung des Wirbelbogens (Laminektomie).
Auf die Lebenserwartung eines Hundes nimmt die Diagnose Spondylose keinen direkten Einfluss. Viele der betroffenen Hunde leben ohne Einschränkungen mit dieser Wirbelsäulenveränderung bis zu ihrem natürlichen Tod. Je nach Röntgenbefund und /oder auftretenden Symptomen kann es sinnvoll sein, wenn der Halter eines betroffenen Hundes darauf achtet, dass der Hund nicht zu sehr tobt, nicht mit gar zu ungestümen Artgenossen spielt oder durch „Aufreiten“ belästigt wird. Einen Hund mit Schmerzsymptomatik sollte der Halter auch vor Mitmenschen bewahren, die gerne herzhafter auf einem Hunderücken „tätscheln“. Dennoch sind Hunde mit Spondylose ganz „normale“ Hunde, die ihren Möglichkeiten nach ausgelastet und beschäftigt werden wollen, auch wenn der zugehörige Halter oft Sorge hat, die Aktivitäten könnten einen erneuten Schmerzschub auslösen.
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| Staupe |
Die bekannteste und am meisten gefürchtete Krankheit bei Hunden, ist wohl die Infektionskrankheit Staupe.
Der Virus kommt in allen Ländern mit Hundehaltung vor und tritt auch hier in Deutschland immer wieder vereinzelt auf.
Meist bei ungeimpften Hunden.
Die Ansteckung kann über Mund und Nase des Hundes erfolgen. Dabei kann sich der Hund nicht nur durch Kontakt mit anderen Hunden anstecken, sondern auch bei einem tgl. Waldspaziergang, weil auch hier der Virus z.B. über Marder oder Frettchen übertragen werden kann.
Ist der Hund Infiziert, treten die erste Krankheitszeichen etwa eine Woche nach der Ansteckung auf.
Es beginnt mit hohem Fieber, Appetitlosigkeit und Mattigkeit. Der zähflüssige, eitrige Nasenausfluss ist in höchstem Maße ansteckend.
Im späteren Verlauf der Krankheit werden dann auch verschiedene Organe des Hundes vom Staupevierus angegriffen. Dazu gehören der Verdauungs- und Atmungsapparat, die Augen, die Haut und das Nervensystem.
Der Schweregrad des Krankheitsverlaufes variiert, endet aber jedoch sehr oft tödlich.
Vorbeugen kann man mit einer Impfung im Welpenalter ( 14. - 16. Woche ). Nach Grundimmunisierung hält der Schutz bis zu ca 15 Jahre an.
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